Zielgruppe und Einnahmequellen

Zielgruppe und Einnahmequellen

Zielgruppe und Einnahmequellen

Eine Zielgruppe hat man schnell ausgemacht! Aber auch durchdacht?

Die Frage nach der Zielgruppe ist elementar. Wer kauft eigentlich meine Dienstleistung oder mein Produkt? Diese Frage stellt sich jedem Unternehmen, egal ob Startup oder etablierte Company. Die Bedürfnisse der Zielgruppe müssen fortwährend recherchiert, erkannt, beobachtet und bedient werden. Die unterschiedlichsten Umstände können dafür sorgen, dass sich die Käufer abwenden: Ein neuer Anbieter mit besserem Preis oder überragendem Service können dafür verantwortlich sein oder gesetzliche Veränderungen am Markt. Vielleicht aber auch die mangelnde Weiterentwicklung der Produkte bei veränderten Konsumgewohnheiten der Zielgruppe. Es gibt noch viele andere Gründe dafür. Deshalb ist es wesentlich, eine starke Verbindung zur Zielgruppe
aufzubauen und beizubehalten.

Unser Userklientel bei der Mitfahrzentrale (mein erstes Unternehmen war die Mitfahrzentrale.de) wurde von potenziellen Werbekunden als kaufschwache Zielgruppe eingestuft. Das sorgte für spärliche Umsätze und für Frust bei uns. Dazu muss man an dieser Stelle wissen, dass wir mit der Mitfahrzentrale.de damals ein kostenloses Online-Angebot hatten und schwierigkeiten hatten Geld damit zu verdienen. Werbeerlöse zu generieren schien die anfänglich logischste Umsatzquelle zu sein. Wir wussten zwar, dass wir irgendwie und irgendwann eine transaktionsbasierte Lösung realisieren mussten. Nur wie? Wir wollten eine Vermittlungsgebühr als Einnahmequelle installieren, was uns erst recht spät durch die Einführung der Telefongebühren über die sogenannten Mehrwertnummern (0190) gelang. Also sahen wir unsere primäre Aufgabe darin, stetig die Userzahlen zu erhöhen. Weil diese zunächst jedoch klein waren, hätte es vermutlich einen Fluchteffekt der Nutzer ausgelöst, wenn wir zu früh eine Vermittlungsgebühr erhoben hätten.

Hinzu kam, dass unsere Zielgruppe in der Tat sehr preisbewusst agierte. Schließlich bestand das Angebot unserer Plattform ja darin, möglichst günstige Fahrten von A nach B anzubieten. Sowohl für die Mitfahrer als auch für die Fahrer, die ihre leeren Plätze besetzen und somit die eigenen Kosten senken wollten.

Hier zeigt sich, dass unser Businessmodell von Anfang an nicht gerade auf Maximalprofit ausgerichtet war. Da es noch keine Bezahldienste wie PayPal gab, die zum Abrechnen kleinerer Beträge nützlich gewesen wären, blieben wir mit unseren Möglichkeiten weit hinter den Erwartungen zurück und mussten stattdessen tief in die Tasche greifen, um uns Zeit für den Aufbau einer Nutzerschaft in relevanter Größenordnung durch teure Kredite zu erkaufen.

Wenn ich heute auf unser Treiben von damals zurückschaue, war es nüchtern betrachtet sehr gut, dass wir es nicht schafften, kapitalgetriebene Investoren an Bord zu holen. Sie hätten vermutlich sehr früh die Reißleine gezogen und damit unser Ende besiegelt. An dieser Stelle sei gesagt, dass in den kräftezehrenden Aufbauphasen Investoren den Gründern das Leben nicht unbedingt leichter machen, wenn deren primäres Ziel Gewinnmaximierung lautet.

Du bist Gründer oder planst zu gründen? Du hast bereits eigene Erfahrungne gesammelt oder hast Fragen? Schreibe mir einen Kommentar oder gerne auch eine persönliche Nachricht über mein Kontaktformular. Ich freue mich auf den Austausch mit dir.

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