Coskun Tuna

Einfach nur Josh

“Wer eine Sekunde übers Gründen nachdenkt, sollte gründen. Wer gründet, sollte keine Sekunde an sich zweifeln.”

Der Fußball, die Polizei und ich.

Meine Eltern gaben mir den Namen Coskun. Wer mich länger kennt, nennt mich einfach Josh. So heiße ich auch auf dem Fußballplatz. Dass ich heute eine Jugendmannschaft des FC Viktoria Birkesdorf 03 trainiere, ist mir eine besondere Ehre. Für mich selbst erfüllte sich der Traum, im Fußballverein spielen zu dürfen, erst als 13-Jähriger. Damals trainierten Axel und Thomas, zwei Polizisten, unsere Mannschaft. Axel rief seine strukturierten Anweisungen lautstark über den Platz “Aufstehen und weitermachen”, während sich Co-Trainer Thomas eher im Hintergrund hielt. Nach einem Sturz liegen bleiben und rumjammern gab es bei beiden nicht. Ob sie mich inspirierten, später bei der Polizei anzufangen, vermag ich nicht mehr so genau zu sagen. Dass sie mich beeindruckten und nachhaltig prägten, ist aber gewiss.

Etwa drei Jahre später wechselte ich den Verein. Der neue Trainer hieß Herr Wolf. Ich sieze ihn noch heute. Er war der Vorarbeiter meines Vaters, in den damaligen Dürener Ford-Werken. Er fuhr einen roten Ford Probe. Dieser Wagen gefiel mir schon als 16-Jähriger so gut, dass ich ihn mir Jahre später kaufte und ihn sogar bewohnte. Weil ich als frischgebackener Unternehmer voreilig meine Wohnung kündigte und kein Vermieter mir das Vertrauen entgegegenbrachte, regelmäßig die Miete zu zahlen, musste ich übergangsweise improvisieren. (Die ganze Geschichte erfährst du in meinem Buch “Sicherheit ist sekundär”) 

Mit Fußball kann man Kinder bestens aufs Leben vorbereiten. Unabhängig davon, ob sie später selbstständig arbeiten oder als Arbeitnehmer. Sie lernen Teamplay, verbessern ihre Fähigkeiten und lernen, wie nah Siege und Niederlagen beieinanderliegen. Sowohl der Sport als auch das Leben laufen bekanntlich ja nie reibungslos ab. Hinfallen, Schürfwunden holen, in letzter Sekunde doch noch verlieren und immer wieder aufstehen, aufstehen, aufstehen. Wenn heute einer der Jungs im Zweikampf den Ball verliert, fällt und sich weinend das Knie hält, dann reicht es in meinen Augen nicht einfach nur aus, „Steh auf“ zu brüllen. Es ist nicht unbedingt die physische Einwirkung, die schmerzt, sondern die Enttäuschung, das Ziel verfehlt zu haben. Diese Erkenntnisse durchlebt zwangsläufig jeder Mensch. Mir macht es Spaß, den richtigen Umgang mit schmerzhaften Erlebnissen zu vermitteln und die Kids darauf vorzubereiten. Angstbefreit ein neues Spiel starten lässt das Selbstbewusstsein wachsen und damit kommt der sportliche Erfolg von ganz allein. 

Als Trainer kann ich vieles zurückgeben. Schließlich hatte ich auch mehr als nur einmal Glück im Leben. Ich musste aber auch unendlich viele Hürden nehmen. Und hier ist das Ergebnis, hier bin ich nun. Ein Mann im besten Alter, unabhängig und frei. Ein Jugendfußballtrainer. Ein Familienvater. Gründer und Unternehmer. Oder einfach nur Josh. 

“Wie ich über Nacht steinreich geworden bin”

Wer sich schon die Hände reibt, in freudiger Erwartung, hier das Patentrezept für Reichtum vorgesetzt zu bekommen, wird jetzt enttäuscht. Niemand wird über Nacht reich. (Davon ausgenommen sind natürlich Lottogewinne, üppige Erbsummen oder sehr seltene und außergewöhnliche Ereignisse, die zu Reichtum führen können. Doch auf eines dieser Ereignisse zu warten, grenzt an Naivität und wäre reine Zeitverschwendung.)

Wer den dringenden Wunsch verspürt, erfolgreich werden zu wollen, muss bereit sein, viel Schmerz zu ertragen. Denn ohne Schmerz geht es nicht. Unternehmer werden, das bedeutet besonders in der Anfangszeit, das Unmögliche möglich zu machen. Von allem Wichtigen gibt es zu wenig: Geld, Zeit und Komfort. Dafür gibt es von allem, was man überhaupt nicht gebrauchen kann, viel zu viel: Mangel, Stress und widrige Umstände.

Über Nacht reich werden, dieses Gespenst macht im Netz die Runde. Es wird gespeist von Speakern, Trainern und Coaches, die in “Tschakka-du-schaffst-es-Manier” unerfahrenen Gründern das Geld aus der Tasche ziehen.

Sie stehen auf der Bühne und machen sich selbst und andere zum Clown, um kurzfristige Motivationsschübe im Publikum zu erzielen. Das lassen sie sich schließlich überdimensional vergüten. Hier wird die Hoffnung, Gier und Ahnungslosigkeit unerfahrener Gründer ausgenutzt.  Die geringwertigen und wertlosen Versprechen machen sich dann am Monatsende in der Kasse der Gründer bemerkbar.

Der Erfolg kommt nur mit Arbeit, Beharrlichkeit und dem sprichwörtlichen Trio: “Blut, Schweiß und Tränen”.

Für mich bedeutet Erfolg übrigens nicht zwangsläufig einen dicken Geldbeutel zu haben. Enorm viel Geld kann man nämlich auch über unseriöse Wege verdienen. Die materielle Betrachtungsweise steht bei mir weit hinter der persönlichen Umsetzungskompetenz und dem Nutzen der Leistungen für Dritte an.

Mehr über mich erfährst du in meinem Buch: Sicherheit ist sekundär
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Sicherheit ist sekundär