Tatkräftige Umsetzung statt Planungssicherheit

Tatkräftige Umsetzung statt Planungssicherheit

Tatkraeftige Umsetzung statt Planungssicherheit

Für Unternehmen gibt es keine sicheren Zeiten

In jedem Unternehmen sind von Zeit zu Zeit Entscheidungen unter unsicheren Rahmenbedingungen zu treffen. Wenn ich als Gründer und Unternehmer einen Blick in meine Vergangenheit werfe, wird mir schnell mulmig, weil ich mich immer mit Gänsehaut daran erinnern muss, wie oft ich meine Unternehmen durch ungünstige Umstände navigieren musste. Selbst in Zeiten, in denen die Umsätze sprudelten und ich das Gefühl hatte, als könne nichts Schlimmes mehr passieren, gab es genug bedrohliche und risikoreiche Momente, die mich ständig umgaben. Ein kleiner Fehltritt oder eine ungünstige Konstellation wie die derzeit grassierende Corona-Pandemie kann abrupt eine noch so erfolgreiche Entwicklung von jetzt auf gleich stoppen und in einen Abwärtstrend umkehren.

Wir, die Gründer und Unternehmer, dürfen uns daher niemals in absoluter Sicherheit wähnen. Wir sind tagtäglich den Gefahren die unser Unternehmen umlauern ausgesetzt. Das bedeutet aber nicht, dass wir nur noch in Angst und Paranoia leben müssen. Aber wir sollten stetig auf der Hut sein. Vor allem müssen wir konstant für finanzielle Reserven sorgen und ein Gespür für potenzielle Gefahren entwickeln. Ist eine Gefahr da, besteht die große Kunst darin, wichtige Entscheidungen so zügig und optimal wie möglich zu treffen. Sie müssen nicht perfekt sein, das ist bei unsicheren Rahmenbedingungen auch nicht zu erwarten. Es gilt aber ein Optimum zu erreichen, also das Bestmögliche aus der Situation zu machen. Wer zu lange zögert und sich in Sicherheiten flüchten möchte, verliert Substanz und Kraft.

Was hemmt Entscheidungen mit unsicherer Basis?

Das größte Hemmnis für die Flexibilität, die Entscheidungen unter solchen Bedingungen erfordern, sind tayloristische Managementkonzepte. Diese verwalten eher knappe Ressourcen, also den Mangel. Der Taylorismus nach Taylor (1856 – 1915) will die technische Effizienz von Arbeitsprozessen nach rationellen wissenschaftlichen Prinzipien gestalten, was prinzipiell nicht falsch ist, jedoch auf den Arbeitsprozessen des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts basierte. Die Strukturen haben sich über 100 Jahre später aber geändert. Taylor war Ingenieur und Praktiker, er wollte die Tätigkeit der Arbeiter mit der Funktionsfähigkeit der Maschinen zusammenbringen. Das war seinerzeit ein unter den Bedingungen des Nachfragemarktes fortschrittlicher Ansatz, in der Moderne aber ist vor allem die betriebswirtschaftliche Zukunft von Projekten und damit auch Firmen weniger planbar. Das liegt am Angebotsmarkt mit seinen deutlich verkürzten Planungshorizonten. Es geht nicht mehr wie vor 100 Jahren darum, einen möglichst hohen Produktionsausstoß mit effektivsten Methoden zu erreichen, sondern sehr flexibel auf sich permanent ändernde Nachfragen, ständig neu entstehende Konkurrenz und damit einen sich permanent wandelnden Markt zu reagieren.

Mit veralteten Strukturen und Langzeitplänen ist eine Anpassung an die heranrollende Zukunft kaum mehr zu erreichen. Es bedarf vielmehr Flexibilität und der Einbeziehung aller relevanten Teile eines Unternehmens. Angefangen von den Führungskräften bis hin zu den Mitarbeitern in den entlegensten Abteilungen. Es ist wie es ist. Stößt man sich den kleinen Zeh, so kann das unheimlich wehtun, auch wenn er noch so klein und bedeutungslos für den gesamten Körper scheint.

Perspektivenwechsel erforderlich

Die materielle und nur auf Sicherheit bedachte Denkweise früherer Managementkonzepte bringt uns heute nicht mehr weiter. Wir brauchen im 21. Jahrhundert einen fundamentalen Perspektivenwechsel, der mit einer gezielten Veränderung der persönlichen Einstellung aller Beteiligten einhergeht. Erst so eine Öffnung ermöglicht das Erkennen von Zukunftschancen, die dann auch ergriffen werden. Der Prozess vom Erkennen bis zur Umsetzung muss indes deutlich schneller vonstattengehen. Immer noch brauchen Ideen von Mitarbeitern bis zur endgültigen Umsetzung teilweise einige Jahre. Man will sich gar nicht vorstellen, was sich alles in dieser Zeit schon wieder geändet hat. Und plötzlich ist das Vorhaben schon wieder veraltet und der Funke, mit dem man ein großes Feuer zu zünden gedachte, verpuffte ungehört im Nichts. Genauso wie die Motivation des Mitarbeiters.

Effektivitätssteigerung durch direkte Umsetzung.

Die Denkweise agiler Unternehmen lautet: Viele Pläne nutzen nichts, wenn sie nicht alsbald umgesetzt werden. Wer Chancen wahrnehmen möchte, muss sich mit Tatendrang auf die Umsetzung fokussieren. Das Erstellen von Plänen kostet und bindet Ressourcen. Zu viele Unternehmen verbringen zu viel Zeit damit, Pläne ausarbeiten zu lassen und sie in Meetings wieder kaputt zu reden. Dem folgen erneut Pläne und wiederum neue Pläne.  Das spielt sich oftmals so lange durch, bis ein Plan gefunden scheint und die Umsetzung erfolgen soll. Welch unglaubliche Verschwendung von Zeit, Ressourcen und Energie. In der Zeit wäre der erste Plan sicherlich ein paar Mal ganz oder teilweise in die Hose gegangen, aber die Learnings hätte neue kreative Reize und Lösungsansätze erzeugt. Das wiederum hätte dazu geführt die nächsten Schritte einzuleiten. So wären bereits weitaus mehr Schritte getan, mit weitaus mehr Erfolgsausichten. Es wird also unterwegs verbessert, optimiert und ausgebaut. Sie sind damit viel näher am Bedarf und am Geschehen. Was kann es also Besseres geben? Natürlich bedingt so viel Flexibilität und schnelles Handeln das Treffen von Entscheidungen unter unsicheren Voraussetzungen. Doch agile Unternehmen glänzen in der Regel mit einer höheren Erfolgsquote, auch wenn sie gelegentlich eine Entwicklung oder einen Entwicklungsschritt verwerfen müssen.

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