SURFEN ODER JAGEN? Eine Empfehlung zum Netzwerken

SURFEN ODER JAGEN? Eine Empfehlung zum Netzwerken

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Qualität, Respekt und Höflichkeit vor Quantität und Jagdinstinkt!

Du bist auf einer Konferenz oder einer sonstigen Business-Veranstaltung, wo zahlreiche Leute aus deiner Branche unterwegs sind. Eine Menge Leute stehen herum und reden und klatschen sich ab. Es wird gelacht, Schulterklopfen, Geflüster und Grüppchenbildung. Und was machst du? Dich in eine Ecke stellen oder wahllos jeden ansprechen? Hältst du verzweifelt Ausschau nach jemanden, den du kennst?

Wenn du dich entschlossen hast, zu einem Business-Event zu gehen, dann solltest du auch Taten folgen lassen. Aber achte darauf, wie du die ganze Sache angehst.

Anfängerfehler: Maschinenpistolengespräche vermeiden

Ich war zum Netzwerken auf einer Business-Veranstaltung in Köln unterwegs. Mit einem Bekannten stand ich an einem Tisch und wir redeten über ein Projekt, das ich zu realisieren gedachte. Bei einigen Punkten in meiner Umsetzung war ich mir nicht sicher und so bat ich ihn um Rat. Während wir sprachen, kam ein junger Mann zielstrebig auf uns zu und stellte wortlos mit Kopfnicken die Frage, ob er sich zu uns stellen könne. Wir nickten zustimmend und gaben ihm zu verstehen, dass er an unserem Tisch willkommen war. Diese Geste schien er als Einladung zur Kommunikation zu verstehen und zielte plötzlich mit seinem rechten Zeigefinger auf mich, als hätte er eine Pistole in der Hand. Der Geste folgte eine Frage. „Und was machst du?“, schoss es bestimmend aus ihm heraus.

Die Szene erinnerte mich an mich selbst. So hätte ich es damals wahrscheinlich auch gemacht. Nur, dass ich niemals mit dem Zeigefinger auf jemanden gezeigt hätte. Dafür klopfte ich früher mal wie ein Specht jemandem mit meinem Finger auf die Brust, weil ich ihn von meiner Sache überzeugen wollte. Es hätte mich nicht gewundert, wenn dieser jemand einen blauen Fleck davongetragen hat. Jedenfalls antwortete ich dem jungen Mann. Ich ratterte kurz und knackig runter, was ich beruflich machte. Als ich fertig war, schaute er von mir weg zu meinem Gesprächspartner, zeigte mit seinem Pistolenfinger auf ihn, lud nach und schoss los: „Und was machst du?“ Er wollte so schnell und effektiv wie möglich so viele Kontakte machen, wie es die Dauer des Events zuließ.
Ich vermute, dass diese Veranstaltung wenig Output für ihn brachte. Denn seine Aktivität war kein Informationsaustausch auf Augenhöhe, sondern ein oberflächliches Screening. Effizient, aber nicht effektiv. Als mein Gesprächs¬partner fertig war, legte der junge Mann los. Einstudiert und nüchtern polterten seine Informationen aus ihm heraus. Fertig. Gut.

So war wenigstens schnell klar, dass wir keine Beziehung zueinander aufbauen konnten und wir beide auch nicht mehr wollten. Für Gründer der wohlgemeinte Ratschlag: Nimm Abstand davon, knapp getaktet und gehetzt in Gespräche zu gehen. Versuch nicht, zeitliche Limits einzuhalten. Bleib offen. Wenn alles gesagt ist, sagst du einfach: „Okay du, ich werde mal weiterziehen. Ich hoffe, das ist in Ordnung für dich. Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg.“ Das funktioniert wie von allein, wenn du es eine Weile trainierst. Niemand wird es dir übelnehmen. Fokussiere dich fest auf deinen Gesprächspartner und vermeide unbedingt, deine Augen auf das umliegende Treiben zu richten. Das ist mehr als unhöflich und macht deinem Gegenüber sonst nur deutlich, dass du eigentlich gar kein Interesse an ihm hast. Umgekehrt klammern sich manche so an einen Gesprächspartner fest, weil sie sich nicht trauen, auf dem Event allein zu stehen und screenen mit ihren Augen die Umgebung nach einem Kontakt, den sie lieber ansprechen wollen. Sobald sie dann jemanden ausfindig gemacht haben, beenden sie abrupt das Gespräch und hauen ab.

Denk immer daran, dass man sich mehrmals über den Weg läuft. Beim nächsten Mal kann es sein, dass du dann sitzen gelassen wirst, weil du deine Gesprächspartner nicht ernst nimmst. Bleib aufrichtig. Wenn du weitergehen möchtest, sag es einfach. Ich persönlich finde, dass sogenannte alte Umgangs-formen überhaupt nicht aus der Mode kommen. Sie sind immer zeitgemäß. Dazu gehört, höflich zu fragen, ob man sich dazu stellen darf oder sich zu entschuldigen, wenn man das Gespräch beendet, um weiterzuziehen. Alles ist erlaubt und erwünscht, solange man das klar und aufrichtig formuliert. Das hilft zudem auch Barrieren gleich von Anfang an abzubauen. Das ehrliche Lächeln solltest du dabei nicht vergessen.

Es ist wichtig, dass Du dich darauf einstellst, nette Gespräche zu führen und tolle Leute kennenzulernen. Die Gelegenheiten für geschäftliche Beziehungen ergeben sich daraus, dass man sich versteht. Wie aber willst du wissen, ob man sich versteht, wenn du dir nicht die Zeit dafür nimmst und auch die Umgangsformen nicht kennst?

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