Seriengründer sind die Abenteurer unserer Zeit

Seriengründer sind die Abenteurer unserer Zeit

Ohne Abenteurer geht es nicht voran! Sei ein Abenteurer und erkunde die Möglichkeiten deiner Zeit!

Unabhängig davon, in welchem Bereich man ins Berufsleben startet, es ist nur eine Frage der Zeit, bis man erkennt, in welche Richtung sich die eigene „Karriere“ entwickelt. Ich unterscheide dabei gerne zwischen zwei Arten von Typen: Da sind zum einen die Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Für sie steht ein festes, regelmäßiges Einkommen an erster Stelle. Man will sich am Ende des Monats keine Gedanken darüber machen müssen, ob das Geld reicht, um alle Rechnungen pünktlich bezahlen zu können. Der finanzielle Rahmen ist von entscheidender Wichtigkeit, damit sich diese Gruppe in ihrem Tun voll entfalten kann.

Und zum anderen sind da, zu ihnen zähle ich mich, die risikobereiten Menschen. Selbstverständlich ist das Finanzielle auch hier nicht unerheblich, aber sie, beziehungsweise wir legen einen besonderen Wert darauf, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten immer wieder neu auf die Probe zu stellen. Es geht vor allem darum, die eigenen Leistungen herauszufordern, daraus Lehren zu ziehen, um sich dann weiter entwickeln zu können. Der Drang danach ist so groß, dass ein sicheres Fahrwasser keine Erleichterung, sondern eher eine Bürde darstellt. Seriengründer sind ausnahmslos dieser Kategorie zuzuordnen – Gründen übt auf sie eine rauschartige Faszination aus. Was genau dahinter steckt und warum es für mich – wie auch für viele andere – zur Sucht geworden ist, habe ich im Folgenden zusammengestellt.

Seriengründer sind die Abenteurer unserer Zeit

Die individuelle Motivation dafür ein Unternehmen zu gründen, variiert. Während der eine auf den Geschmack kommt, weil er nach einer Lösung für ein individuelles Problem gesucht hat, eifert der andere dem Traum vom Tellerwäscher zum Millionär hinterher und ist scharf auf das schnelle Geld. Wieder andere haben es darauf abgesehen, ihre eigenen Fähigkeiten zu prüfen und sich selbst herauszufordern. Ihnen allen gemein ist jedoch, dass sie während einer Gründung stets mit Erwartungshaltungen, Risiken, Niederlagen und Herausforderungen konfrontiert werden. Der so entstehende Druck kann einem durchaus über den Kopf wachsen. Als Seriengründer erlebt man diesen „Druck“ allerdings als Wachstumskick. Derartige Challenges bringen einen so sehr zu sich selbst, seinem eigenen Charakter, seinen Stärken und Schwächen, dass man gar nicht anders kann, als sich selbst immer wieder zu reflektieren. Nutzt man nun also gemachte Fehler, um daraus zu lernen und nicht daran zu verzweifeln, bringt uns dies und die individuelle Fehlerkultur an einen ganz neuen Punkt. Mit vergleichbaren Situationen lässt sich in Zukunft wesentlich souveräner umgehen. Man begibt sich mit jeder neuen Unternehmung auf eine Reise, die unterschiedliche Abenteuer für einen bereithält, die es alle wert sind, erlebt zu werden. Finanziell erfolgreichen Seriengründern geht es auch nicht unbedingt primär ums Geld, sondern darum etwas zu erschaffen, ein Abenteuer zu bestehen.

Wenn die innere Stimme ruft

Ist es einem gelungen, ein Business erfolgreich zum Erfolg zu führen, macht das selbstverständlich stolz und tut dem Ego unglaublich gut. Der Plan ist aufgegangen, die Idee funktioniert. Zuerst einmal ist es verlockend, sich in seinem Erfolg zu sonnen, allerdings ist es für den Seriengründer nur eine Frage der Zeit, bis es ihn wieder in den Fingern juckt und es Zeit für ein neues Projekt, ein neues Abenteuer ist.

Meiner Erfahrung nach entstehen die besten und kreativsten Entwicklungen vor allem dann, wenn Risiken, Not und Bedarfssituationen auftreten. Ein vermeintlich sicherer Rahmen verschleiert den real existierenden Bedarf beziehungsweise die Nachfrage. Die Möglichkeit des Versagens sowie des Verlustes macht den Weg frei, um Neues zu entdecken und über das Bekannte hinaus zu wachsen. Viele trauen sich nicht, den Bereich des Möglichen zu verlassen, für abenteuerlustige Unternehmer geht damit jedoch eine unwiderstehliche Verlockung einher.

Die Zukunft gehört den Mutigen

Das mag vielleicht etwas abgedroschen klingen, aber es ist heute genauso wahr wie gestern. Viele Menschen, die von ihrem Umfeld für verrückt gehalten wurden oder denen nichts zugetraut wurde, weil ihre Ideen zu abwegig klangen, sind später erfolgreiche Macher geworden. Beim Gründen spielt es im ersten Schritt keine Rolle, ob die anderen an einen oder die eigenen Fähigkeiten glauben. Man selbst muss davon überzeugt sein, dass man mit der Geschäftsidee etwas Bahnbrechendes oder auch einfach nur Verbessertes auf den Weg bringt und mit den nötigen Skills ausgestattet ist, sie zu realisieren. Des Weiteren bedeutet das auch, unter Umständen finanzielle Risiken in Kauf nehmen zu müssen, die im schlimmsten Fall sogar die eigene Existenz bedrohen können. Im besten Fall aber lässt sich damit ein Traum erfüllen. Lässt man sich von seinen eigenen oder von äußeren Zweifeln von dem eigenen Vorhaben abbringen, wird die Idee niemals geboren und kann niemals zeigen, ob es sich vielleicht nicht doch gelohnt hätte, der eigenen Intuition zu vertrauen.

Kindliche Neugier ausleben

Bei den meisten Menschen verkümmern die kindliche Neugier und der damit verbundene wiederkehrende Entdeckergeist. Es scheint nicht profitabel genug und viele empfinden ein solches Verhalten auf die Dauer als nervig oder anstrengend. Ich persönlich erlebe diese Eigenschaft als absolut bereichernd. Sie erlaubt einem, die Dinge nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Auf dieser Grundlage lässt sich ein Thema immer wieder aus einem neuen Blickwinkel betrachten, wodurch ganz viel Kreativität freigesetzt wird – die Basis für echte Innovationen. Viele Menschen glauben heutzutage, dass es ja schon alles gibt und das Potenzial für echte Neuerungen immer geringer wird. Ich aber behaupte, dass es jedem Seriengründer inhärent ist, immer wieder neue Ideen aus bereits existierenden Dienstleistungen und/oder Produkten zu schöpfen; sogar gänzlich neue und zum Teil abstrakte Wege zu gehen.

Nicht von Strukturen begrenzen lassen

Es liegt in der Natur der Sache: Je größer ein Unternehmen wird, desto mehr Strukturen braucht es. Zuständigkeitsbereiche müssen getrennt und Aufgaben verteilt werden. So nachvollziehbar ein solch unternehmerischer Aufbau ist, so sehr kollidieren konzerntypische Strukturen mit der Freiheitsliebe von Gründern, vor allem von Seriengründern. Die besten Ideen entstehen eben nicht zwangsläufig am Schreibtisch und die große Vielfalt der Aufgaben, die ein frisch gegründetes Unternehmen mit sich bringt, macht genau den Reiz aus, der – wenn alles in feste Bahnen gelenkt ist – leider verloren geht. Als Seriengründer geht es nicht darum, ein Unternehmen zu verwalten, sondern man will die Gelegenheit haben, sich von neuen Ideen begeistern zu lassen und sie schließlich auch umzusetzen.

Aufbruch zu neuen Ufern

Ich hielt auf dem Digital Misfits Festival Ende Mai 2019 eine Closing Keynote mit dem Titel „Aufbruch zu neuen Ufern“ und erzählte vom Scheitern und davon, wie es kam, dass ich mehrere Unternehmungen in den letzten Jahren gründete. Während meines Vortrages wurde mir plötzlich glasklar, dass ich schon längst überfällig war, wieder etwas Neues anzugehen. Also ging ich am nächsten Morgen ins Büro und teilte meinem Mitgründer mit, dass ich wieder von vorne anfangen und ein neues kleines Start-up gründen will. Meine Kündigung durfte ich zwar erst einmal nicht an die große Glocke hängen, da wir fast zwei Jahre zuvor einen Konzern als Mehrheitsgesellschafter an Bord bekommen hatten und der Ausstieg einer der Gründer in der Branche eventuell missverstanden werden könnte. Mein Weggang hatte allerdings nichts damit zu tun, dass irgendwelche konzernrelevanten Prozesse mich als Gründer und Geschäftsführer rausgedrängt hätten. Im Gegenteil: Unser Unternehmen passte gut in die vorhandenen Strukturen und ein Erfolg jagte den anderen. Ich stellte aber fest, dass ich nicht dazu gemacht bin, in diesem Rahmen die nächste Stufe des Wachstums einleiten zu können. Dazu bedurfte es eines erfahrenen Managers, der die passenden Qualitäten mitbrachte. Meine Qualitäten lagen schon immer Aufbau einer Unternehmung. So passte es also gut, dass ich ging und ein Top-Manager meinen Posten übernahm, um das nächste Level zu erreichen.

Fazit

Für mich hat der Neuanfang wieder alte Lebensgeister geweckt und mich durch und durch mit Glück erfüllt. Trotz der wiederkehrenden Hürden eines Start-ups ist es schon fast so, als würde ich alten Freunden begegnen, wenn ich bei den ersten Gesprächsterminen, zwar netten Menschen, aber oft genug auch unverblümter Überheblichkeit begegne, die meinen Sportsgeist weckt.

Jede Gründung ist eine erneute Konfrontation mit der Option des Scheiterns.

Die Gefahr, dass der Traum von der Idee jederzeit platzen kann, ist für mich der größte Motivator, um mich immer wieder neu in das Wagnis Selbstständigkeit zu stürzen. Dadurch werden meine Sinne täglich geschärft. Sesshaft und bequem zu werden, ist mir persönlich viel zu langweilig.

Bei weiteren Fragen und Anregungen gebe ich dir gerne per E-Mail, telefonisch oder über das Kommentarfeld Rückmeldungen. Du kannst mir aber auch gerne über mein Kontaktformular schreiben.

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