Raus aus dem Tal der Tränen – als CEO locker durch den Lockdown

Raus aus dem Tal der Tränen – als CEO locker durch den Lockdown

Katrin Bitterle QF

Wie lange dauert der Lockdown? Wie geht es weiter? Was sind die langfristigen Folgen?

Ein Gastbeitrag von Katrin Bitterle

Viele CEOs sind momentan mit diesen Fragen konfrontiert – hinzu kommt der Druck der Personalverantwortung und die vielen fragenden Augen der Mitarbeiter, die sich nach Sicherheit und Antwort sehnen.

Dieser Cocktail kann ganz schnell zu Überforderung und Überwältigung bei Führungskräften und Geschäftsführern führen. Bei vielen macht sich ein Gefühl der Ohnmacht breit und nicht selten brechen hochrangige Führungskräfte hinter verschlossenen Türen zusammen.

Dabei ist es gar nicht so schwer, in dieser Situation Ruhe und einen kühlen Kopf zu bewahren – denn ganz viel spielt sich dabei im Kopf ab. Und das kann man sich zu Nutze machen. Katrin Bitterle, Mentaltrainerin und Expertin für gestresste Führungskräfte, teilt 5 Tipps, wie genau das aussehen kann:

  1. Nehmen Sie Ihre Gefühle an

Es ist okay. Es ist völlig okay – und darüber hinaus völlig normal – sich ab und an überfordert, überwältig oder gar völlig fehl am Platz zu fühlen. Daran ist nichts schlecht, das macht Sie nicht zu einer schlechten Führungskraft oder einem nutzlosen CEO.

Tun Sie nur eins nicht: Unterdrücken Sie diese Gefühle nicht. Sonst kommen sie im ungünstigsten Moment wieder hoch. Geben Sie ihnen stattdessen Raum. Erlauben Sie sich, diese Gefühle zu fühlen und bewertungsfrei wahrzunehmen. Beobachten Sie Ihre Gefühle als neutrale Beobachter, nach dem Motto «Ach spannend, das macht mich also nervös». Sie werden sehen, wie schnell diese Gefühle danach auch wieder verschwinden.

  1. Fokussieren Sie sich auf das, was nicht schlecht ist

Wenn wir etwas schlecht sehen, tritt oftmals der sogenannte Halo-Effekt ein: Er beeinflusst unsere Wahrnehmung dahingehend, dass wir ausgehend von einer Sache plötzlich auch alles andere auch schlecht sehen. Seien Sie sich dessen bewusst – und machen Sie sich klar, dass das nicht der Fall, sondern nur eine Illusion ist.
Machen Sie sich dann bewusst, was alles nicht schlecht ist.

Was fällt Ihnen hierzu alles ein? Was ist gut oder vielleicht großartig in Ihrem Leben?
Das braucht am Anfang etwas Übung, denn der Kopf funkt gerne dazwischen und will das alles zunichte machen. Lassen Sie sich dennoch darauf ein und beobachten Sie neugierig, was sich alleine durch diese andere Einstellung verändert.

  1. Wechseln Sie die Perspektive

Kennen Sie das Sprichwort „Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen“? Das passiert, wenn wir zu nahe am Problem sind. Wir sind vielleicht so nahe am Problem, dass wir schon teil des Problems sind.

Gewinnen Sie daher etwas Abstand, indem Sie die Perspektive wechseln.

Eine Möglichkeit ist, dass Sie sich gedanklich in die Version von sich selbst hineinversetzen, die das Unternehmen erfolgreich durch die Pandemie gesteuert hat. Sie stehen an der Ziellinie, Sie haben es geschafft – was waren rückblickend Ihre besten Erkenntnisse? Was würden Sie wieder so machen und was anders? Was hat Ihnen beim Durchhalten geholfen – und welchen Tipp hat diese Version von Ihnen für Ihr heutiges Ich?

Gehen Sie diesen Prozess spielerisch an und sind Sie gespannt, welche Antworten Sie erhalten werden.

  1. Geben Sie Ihrem Kopf eine Auszeit

Vermutlich rattert ihr Kopf am laufenden Band. Sie sind am Denken und Überlegen, welche Möglichkeiten es noch geben könnte und spielen gedanklich schon mal alle Szenarien und „was wäre wenn“-Optionen durch.
Das ist gut, schließlich ist Ihnen Ihr Team und das Unternehmen wichtig, setzt Sie und Ihren Kopf aber ganz schön unter Druck. Schließlich müssen Sie jetzt dich eine Lösung finden. Leider funktioniert unser Hirn nicht so – unter Druck entstehen keine neuen, kreativen und innovativen Lösungen. Diese kommen in der Entspannung und wenn Sie am wenigsten daran denken haben Sie auf einmal einen Geistesblitz.

Auch wenn es Ihnen gerade kontraproduktiv erscheinen mag, gönnen Sie sich und Ihrem Kopf eine Auszeit. Wo gelingt Ihnen das besonders gut? Vielleicht in der Natur, beim Sport oder beim Spielen mit Ihren Kindern?

Gönnen Sie sich diese Auszeiten regelmäßig.

 Warum machen Sie diesen Job eigentlich?

Gerade in schwierigen Zeiten fragen wir uns manchmal, warum wir uns das eigentlich alles antun. Das ist eine sehr gute Frage – stellen Sie diese sich selbst, aber nicht anklagend und vorwurfsvoll, sondern neugierig und interessiert: Warum habe ich diese Position übernommen? Welche Mission verfolge ich hier? Was ist mein großer Traum hinter dem, was ich tue?

Mit diesem Fragen machen Sie sich wieder das große Ganze bewusst – anstatt in den kleinen Details der aktuellen Misere zu hängen. Und Sie werden merken, wie schnell Ihnen der Blick auf Ihr großes Ziel wieder Auftrieb und Tatendrang verleiht. Schließlich haben Sie eine Mission, die Sie antreibt – und die ist grösser als Lockdown oder Maskenpflicht.

Über die Autorin:
Katrin Bitterle hat als Mental-Trainerin und Expertin für gestresste Führungskräfte bereits mit über 2‘000 Führungskräften und Geschäftsführern weltweit gearbeitet. Neben Einzelpersonen unterstützt sie auch Unternehmen mit massgeschneiderten Trainings zu den Themen Authentische und Wertebasierte Führung, Stress-Reduktion und Mentale Stärke. Sie ist gebürtig aus Deutschland und lebt seit 10 Jahren in der Schweiz.

Bildquelle: René Huber, @prssence_photo

Links zur Autorin:

www.erfolgreichaberungluecklich.ch
https://www.linkedin.com/in/katrin-bitterle/

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