Marian Prill plant das 1-Million-Autoren-Buch

Marian Prill plant das 1-Million-Autoren-Buch

Marian Prill Verlag AutorenClub

Ein persönliches Interview mit Marian Prill vom AutorenClub

Marian und ich lernten uns im Herbst 2019 kennen, falls man überhaupt noch von vier Jahreszeiten sprechen kann. Ich war dabei, nach langer Fertigungszeit, mein Buch „Sicherheit ist sekundär“ zu veröffentlichen und bekam von Marian den Tipp, dass ich mich beim nächsten Mal an ihn wenden solle. Denn Marian kennt sich mit dem Schreiben und Veröffentlichen von Büchern sehr gut aus und betreibt als Startup mit der Plattform AutorenClub ein sinnvolles Produkt für angehende Buchautoren. Im Interview sprechen wir darüber, wie er auf die Idee zu der Plattform kam, wie die Entwicklung bisher verlief und welche Erwartungen er für sein Vorhaben hat. Zwischendurch gibt es ein paar Anekdoten über seinen turbulenten Weg als Gründer, in denen ich mich auch teilweise wiederfinde.

Marian, an dieser Stelle bitte ich dich um eine kurze Vorstellung. Ich will aber auch noch die Sache mit der Bürgermeisterkandidatur erwähnt haben, wenn das für dich ok ist.

Danke für deine Einladung zum Gespräch, Josh und gerne. Ich heiße Marian Prill, bin 1980 im Land Brandenburg, unweit der Hauptstadt geboren, Sternzeichen Löwe, eine Brille trage ich nur im Sommer. Und ich komme aus der schreibenden Zunft. Während des Abis wurde ich zum Direktor bestellt, weil er unzufrieden damit war, was er in der Zeitung über sich las. Tja, ich mochte den investigativen Journalismus.  Aus den Zeilen in Zeitungen und Magazinen wurden Werbetexte. Ich arbeitete in den größten und kreativsten Werbeagenturen des Landes, bevor ich mich 2009 selbstständig machte. Es folgte ein aufregendes Jahrzehnt mit Guerilla Marketing, Softwareentwicklung und Werbung, Werbung, Werbung.

2015 spürte ich die ersten Verschleißerscheinungen. Ich dachte, dass es eine gute Idee sein könnte, Verwaltungschef von Glückstadt zu werden. Also kandidierte ich in meiner Wahlheimat, in der Stadt, die etwa eine Autostunde nordwestlich von Hamburg zu finden ist. 230 Tage Wahlkampf, das hat richtig gescheppert. Ich war online sehr präsent und lud mir den NDR ein. Mehr als eine halbe Million Menschen konnten so die Bestrebungen mitverfolgen, die der Werbetexter plante, um Stadtchef zu werden. Genutzt hat es am Ende nichts. Es blieb bei der Kandidatur. Immerhin: 2 Jahre später löste ich das Versprechen ein, Glückstadt bundesweit bekannt zu machen. Mein 800 Kilometer langer Fußmarsch von Glückstadt nach Freudenstadt dokumentierte ich im Blog www.glueckstadt.blog. Nach dem Motto Glück und Freude auf ganzer Strecke, kam ich mit 100 Kilometer Umweg nach 7 Wochen im Schwarzwald an und als Ghostwriter zurück. Ein Verlag aus Süddeutschland hatte Wind von mir bekommen und mich verpflichtet, ein paar Bücher zu schreiben. 

Du bist ein sehr kreativer Typ Marian. Siehst du darin manchmal auch ein Problem? Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Kreativität selten Struktur und vernünftiges Wachstum zulässt. Wie gehst du damit um?

Eine berechtigte Frage. Der besagte Deutschlandmarsch war als Publicity-Aktion angedacht, tatsächlich fand ich dadurch aber auch ein Stück weit zu mir selbst. Ich ging in Klausur mit mir und schob einen persönlichen Veränderungsprozess an, der bis heute andauert. Ich arbeite mit einem Managementsystem, das ich entdeckt und für mich perfektioniert habe. Ich würde sagen, ich habe  erhebliche Anteile „Strukturiertheit“ erworben, auch wenn ich noch lange nicht am Ende der Reise angekommen bin. Das kreative Chaos, das manchmal unbarmherzig zuschlägt, kann ich weitestgehend bändigen kann.

Wie bist du deine ersten Schritte mit dem AutorenClub angegangen? Viele interessierte Gründer wissen oftmals nicht wo und wie sie den ersten Schritt zu setzen haben. Wo und wie fängt man eigentlich an?

Ich bin als Ghostwriter gestartet. Ein Buch, das ich geschrieben habe, war für eine Frau. Der Verleger aus Süddeutschland rief mich an und fragte, ob mir schon die Östrogene einspritzten. Wir lachten und amüsierten uns köstlich. Doch sein Gefühl war schon richtig. Das Buch ging durch die Decke. Just in diesem Moment überkamen mich moralische Zweifel. Ist es richtig, Leuten beim Mogeln zu helfen? Ich entschied mich dazu, das Ghostwriting umzubauen – das neue Konzept hieß „Sprechend Buchautor werden“. Statt runterzuschreiben, was dem Ghostwriter einfällt, war die Idee, angehenden Autoren die Möglichkeit zu geben, über ihre Inhalte zu sprechen, diese aufzuzeichnen, zu verschriftlichen und mit einer bestimmten Methode und Software zu bearbeiten. Die Erkenntnisse bildete ich mit meinem Kollegen Thorsten in einer Plattform ab. Die Geburtsstunde des AutorenClubs:  Eine Plattform, auf der das gesprochene Wort zu geschriebenem Text wird.

Alles, was wir gemacht haben, basierte auf bestimmten Problemen, die wir zunächst „analog“ lösten. Und im nächsten Schritt digital abbildeten. Ich glaube, es gibt nicht die perfekte Lösung, den Königsweg. Aber inzwischen kristallisiert sich heraus, dass man möglichst früh an den Nutznießer des Angebots herantreten sollte, um mit diesem eine Lösung für ihn zu entwickeln. Und das machen wir jetzt mit System. Es sind schon lange nicht mehr nur Autoren, die wir bei der Produktion ihrer Bücher unterstützen. Wir helfen auch Dienstleistern aller möglicher Gewerke dabei, sich über die Interviewtechnik neu zu positionieren und geben ihnen ein digitales Zuhause.  

Kommen wir zu Geld, dem Treibstoff. Hat man davon immer zu wenig oder setzen viele Gründer nur zu gefräßige Instrumente ein? Wie ist es dir bisher gelungen finanziell dein Vorhaben voranzutreiben? Gab es zwischendurch auch mal Momente, wo du am liebsten den Stecker gezogen hättest?

Au ja, wichtiges Thema. Mir ist das Geld lange Zeit durch die Hände geronnen. 2018 wurde ich auf das Buch von Robert T. Kiyosaki „Rich Dad, Poor Dad“ aufmerksam, das mir die Augen öffnete. Mir wurde klar, dass Arbeit und Geld wenig miteinander zu tun haben. Wie sagte Henry Ford schon: „Wer viel arbeitet, hat keine Zeit, Geld zu verdienen.“ Dieses Buch, wie einige andere mehr, haben mich auf den Weg gebracht, auf dem ich heute unterwegs bin. Durch das Abomodell des AutorenClubs gelingt es, wiederkehrende Einnahmen zu generieren. Wir bieten standardmäßig Ratenzahlungen an, setzen auf Mikropreise, werden also bald schon dazu übergehen, Content im einstelligen Europreisbereich zur Verfügung zu stellen und bauen eine Community auf, durch die die Macht der großen Zahl eine Umsatzgarantie in angemessener Größe mit sich bringt.

Gründer setzen häufig ihr Geld falsch ein, na klar. Fehlendes Wissen und falsche Vorstellungen führen dazu. Es macht Sinn, sich in Netzwerken zu organisieren, Know-how fließen zu lassen. Ich teile gerne mein Wissen, weil ich möchte, dass niemand durch den gleichen Schlamm robbt, wie ich es einst tat.  

Kommunikation ist eine deiner besonderen Stärken. Bist du aber trotzdem dessen auch mal müde? Für den AutorenClub musst du immer wieder erklären was du da machst, und obwohl ein Buch zu schreiben für alle nichts Unbekanntes ist, braucht es viel Erklärung. Warum?

Ich rede viel, ich schreibe viel, ich produziere viel. Wenn ich mal still sein kann, bin ich still. Ich genieße das. Nur ein ausgeschaltetes Handy ist ein gutes Handy, zumindest wenn ich im Privatmodus auf „Elektronikfrei“ bin.

Ich mag es aber auch, Leute weiterzubringen. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, Gespräche, die ich führe aufzuzeichnen und denjenigen, die sich dafür interessieren die Videos zur Verfügung zu stellen. Es sind die ersten Gehversuche, mich selbst überflüssig zu machen. Den AutorenClub zu erklären, fällt mir inzwischen nicht mehr allzu schwer: „Sprechen ist leichter als schreiben. Und egal, welche Fähigkeiten du im Textbereich auch mitbringst, hier findest du die Tools und Dienstleister, die kompensieren, was du nicht kannst und dir dabei helfen, dein Buch- oder Hörbuchprojekt zu finalisieren“. Dieser Ansatz ist neu, obwohl alle Elemente für sich allein genommen, schon lange Bestand haben: Interviews, Verschriftlichung, Lektorat und Testleser. Hier im AutorenClub gibt es alles aus einer Hand.

Wie hat sich der Covid-19 Lock-down auf dein Startup ausgewirkt? Bist du davon negativ oder positiv betroffen? Alle Welt spricht davon, dass die Digitalisierung damit katalysiert wurde. Gilt das für das Verfahren über deine Plattform, Bücher zu veröffentlichen genauso?

Covid-was? Spaß beiseite, das Arbeitspensum wuchs enorm an. Die Leute hatten Zeit, sich neu zu positionieren. Es geht ja bei den Buchinterviews nicht nur darum, bedrucktes Papier in den Markt zu werfen, sondern auch darum, endlich mal alles rauszulassen. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe mehr gearbeitet als je zuvor. Dieser weltweite Stillstand hat gezeigt, dass wir weit vorne mitspielen bei der Auflösung des traditionell-lokalen Arbeitens. 

Gründer und Unternehmer lernen und verbessern sich auf dem Weg ihrer Unternehmung. Nicht alles lässt sich in Sicherheit wähnend vorausplanen und organisieren. Daher interessiert mich die Frage, was du durch deine Learnings anders machen würdest, wenn du mit etwas Neuem starten würdest. Magst du uns kurz ein bis drei Learnings nennen?

Das unterschreibe ich dir sofort. Was ich anders machen würde? Erstens: Ich würde sofort ran an den Kunden. Du willst ein neues Angebot auf den Markt bringen? Suche dir einen Pilotkunden aus deiner Zielgruppe und schmiede dein Angebot um diese Person herum. Danach teste, ob das Angebot auch andere Kunden so annehmen würden. Erst dann beginne mit dem Aufbau von Kommunikations- und Vertriebsstrukturen. Zweitens würde ich stärker auf „Pay what you want“ setzen. Wenn jemand nur 3 Euro bezahlen möchte, halte ich die Kasse hin und biete dafür ein passendes Angebot. Damit ich das umsetzen kann, brauche ich – drittens – Strukturen, die mir dabei helfen, Kleinstbeträge automatisch abzurechnen. Ein solches System haben wir uns gebaut. Generell ist es wichtig, ich wiederhole mich gerne, alles zu automatisieren, was sich automatisieren lässt.

Du bist eine starke Persönlichkeit Marian. Brauchtest du bisher jemanden oder etwas, dass dich inspiriert und dir Mut macht für deinen Weg?

Danke für das Kompliment. Ich habe massig schwache Momente hinter mir. Ich bin angetrieben davon, eine Community aufzubauen, die aus Freiberuflern und Selbstständigen, Unternehmer und Investoren macht. Ich möchte mit denen zusammenarbeiten, die auf ihrem Gebiet etwas besonders gut können. Um mir selbst zu beweisen, dass nichts unmöglich ist, habe ich 2019 einen 100-Kilometer-Marsch in 24 Stunden absolviert. Bei Kilometer 80 war es, als ich nicht mehr konnte. Das schrieb ich dir. Und du hast gesagt: Zieh es durch. Und weil meine Frau Ramona mir ähnliche Impulse gab, zog ich es durch, obwohl ich dachte, dass ich es nicht schaffen kann. Ich war viel zu schnell gestartet, weil mich mein Lauf-Buddy, der keiner war, so antrieb. Ich entschied gegen mein Gefühl und bin 30 Prozent schneller gegangen, als es nötig war. Am Ende ließ er mich bei Kilometer 70 allein zurück. Nie zuvor wurde ich menschlich so enttäuscht. Und obwohl ich mental schon durch war, fasste ich die Entscheidung, es zu schaffen. Und schaffte es. Nach 21,5 Stunden marschierte ich am Hamburger Fischmarkt über die Ziellinie. Was für ein Gefühl. Was soll schon schief gehen, wenn man  100 Kilometer zu Fuß in 24 Stunden schafft? 

Du willst andere dazu bewegen ein Buch, bzw. ihr Buch zu schreiben. Wann schreibst du eigentlich DEIN Buch und worum würde es darin gehen?

Auch das ist eine gute Frage, Josh. Wann es soweit ist, kann ich noch nicht sagen. Aber wenn ich eines schreibe, dann schreibe ich alles rein: Guerilla Marketing, Bürgermeisterkandidatur, 800-Kilometer-Marsch, Ghostwriting, 100-Kilometer-Marsch, Sprechend Buchautor werden, Nachwuchs- und Talentförderung und ich schreibe rein, dass mein höchster staatlich anerkannter Abschluss das Abitur ist. Aktuell jedoch arbeiten wir im Team an etwas so großem, das mein eigenes Buch gewaltig in den Schatten stellt. Das 1-Million-Autoren-Buch. Die Idee: 1 Million Autoren liefern jeweils 100 Zeichen Text und füllen damit ein Buch, das um die 4 Meter breit sein wird. Und das alles für eine Teilnahmegebühr von jeweils 1,99 Euro. Mit dem eingeworbenen Geld bringen wir den AutorenClub technisch auf ein neues Level, helfen bei Charity-Aktionen, losen Gewinne aus und sponsern AutorenClub-Abos für einen Monat.     

Partnerlink AutorenClub: https://autorenclub.marianprill-verlag.de/a?t=acjt

Wer diesen Link nutzt, um Mitglied im AutorenClub zu werden, spart 1,- Euro pro Monat und zahlt 10,90 statt 11,90 Euro. Die Mitgliedschaft ist monatlich kündbar.

Marian ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben und vielen Dank für deine Teilnahme an dem Interview!

Vielen Dank für´s teilen!

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