Lohnt sich ein Mentoringprogramm im Unternehmen?

Lohnt sich ein Mentoringprogramm im Unternehmen?

Lohnt sich ein Mentoringproramm für Unternehmen

Warum sich Mentoringprogramme für Unternehmen lohnen und wie Du diese Strukturen implementieren kannst

Durch den demografischen Wandel und der Globalisierung mit einem breitgefächerten Angebot auf dem weltweiten Arbeitsmarkt, breitet sich der sogenannte “war for talents” in verschiedenen Sektoren der Wirtschaft aus. Jede Organisation möchte auf dem rar gesäten Markt der Nachwuchskräfte die meisten und vor allem die besten davon für sich gewinnen.

Aktuelle Herausforderungen für Unternehmen

Insbesondere aus dem Gesundheits- und Pflegeareal höre und lese ich immer wieder von hohen Fluktuationsraten, Personal- und Fachkräftemangel. Dieser wird sich prospektiv auch auf weitere Bereiche erstrecken und damit nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen vor die Herausforderung stellen, wie sie proaktiv die Produktivität und Qualität auf einem wettbewerbsintensiven Markt aufrechterhalten oder sogar optimieren wollen.

Zentrale Themen, denen sich Unternehmen stellen müssen, um auch in Zukunft konkurrenz-und betriebsfähig zu sein, beziehen sich auf die Rekrutierung, Bindung und Entwicklung des Personals. Mentoringprogramme können hierbei eine Lösung für Dein Unternehmen sein.

Was unter Mentoring zu verstehen ist

Mentoringprogramme verfolgen in ihrer Quintessenz das Ziel, dass eine erfahrene Person (bestenfalls aus dem eigenen Unternehmen; alternativ extern) ihre Expertise an neue und/oder jüngere Mitarbeiter weitergibt. Hierbei entsteht bei einem erfolgreichen Verlauf ein hochwertiger zwischenmenschlicher Nutzen für Mentor und Mentee, aus dem insbesondere auch das Unternehmen profitiert.

Eine kurze Abgrenzung zum Coaching

Ein Mentor ist kein Coach, der nach einem geschulten Konzept agiert und einen auf dem Reissbrett entworfenen Plan übersetzt. Ein Mentor steht seinem Schützling als persönlicher Ratgeber mit praktisch gesammelten Erfahrungen und operativ nützlichen Tricks und Insights zur Seite. Wer den Mentor bevorzugt, entscheidet sich für jemanden, der selbst durch dick und dünn gegangen ist, und genau weiss, wovon er redet, wenn er um Rat gefragt wird.

Aufgaben und Eigenschaften eines Mentors

Die Aufgabenbereiche eines Mentors erstrecken sich neben dem fachlichen Know-how und dem Erfahrungshorizont auch auf die emotionale Ebene und stärken somit das Commitment des Arbeitnehmers. Hierzu gehört die empathische bzw. soziale Kompetenz ein offenes Ohr für Probleme zu haben, Optionen bzw. Handlungsalternativen aufzeigen zu können und damit dem Mentee den notwendigen Rückhalt zu geben, den er oder sie im Rahmen seines beruflichen Ein- und Aufstiegs benötigt, sodass dieser neben einer (Führungs-)Persönlichkeit auch ein berufliches Selbstverständnis entwickeln kann.

Des Weiteren fällt in den Tätigkeitsbereich eines Mentors die Verantwortung, den Mentee in seinen Denk- und Verhaltensweisen zu spiegeln, ihm konstruktives Feedback im Rahmen einer vertrauensvollen und transparenten Beziehung zu geben und somit einen aktiven Beitrag zu dessen Weiterentwicklung und (Eigen-)Reflexionsfähigkeit beizusteuern. Hierdurch können auch divergente Muster aufgelöst werden, die den Mentee bei der Erreichung seines Karriereziels behindern.

Ein Mentor bestärkt den Mentee als eigenständiges Individuum in der Arbeitswelt, lässt ihn von den eigenen Erfahrungen profitieren und kann vor allem durch sein persönliches Netzwerk auch als Türöffner dienen.

Zielgruppe für Mentoringprogramme

Mentees befinden sich in der Regel am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn, sodass sie in der Regel noch keine oder kaum Praxiserfahrung vorweisen können. Oft stehen sie recht schnell vor Fragen und Hürden, auf die sie selten selbst sofort eine Antwort haben. Nicht jeder Vorgesetze oder Chef ist immer derjenige, an den sich ein junger Mitarbeiter sofort wenden mag, wenn es Schwierigkeiten gibt. Vor allem Mitarbeiter, die plötzlich in Führungspositionen befördert werden, stehen von jetzt auf gleich völlig neuen Herausforderungen gegenüber und müssen nun selbst die Rolle ausüben, die sie vielleicht selbst zuvor ein manches mal vor Kollegen kritisiert haben. Selten haben diese Menschen jemanden, den sie ganz einfach um Rat und Meinung fragen können, ohne dass der Chef oder die nächste Führungsebene zweifel an seiner Kompetenz bekommen soll.

Ein Mentor sollte also eine Person sein, die bereits fest und erfolgreich in das Arbeitsleben integriert ist oder erfolgreich war und somit dem Mentee dabei helfen kann, einen mindestens gleichwertigen, im Idealfall sogar einen viel erfolgreicheren Weg gehen zu können.

Nutzenaspekte für Mentees

Der Mentee profitiert von seinem persönlichen Mentor insofern, dass dieser ihm bei der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung hilft, einen langfristigen Karriereweg mit ihm erarbeitet und als Ansprechpartner bei Fragen dient. Der Mentor übernimmt damit eine Vorbildfunktion, die durch Verbindlichkeit im Rahmen des Mentoringprogramms gekennzeichnet ist.

Nutzenaspekte für den Mentor

Der Mentor erhält von dem Mentee Anerkennung und Wertschätzung für seine berufliche sowie fachliche Laufbahn und Expertise. Darüber hinaus ermöglicht diese Rolle dem Mentor auch Einblicke in andere Unternehmensbereiche und bietet einen Perspektivwechsel. Wer rastet, der rostet, lautet ein bekanntes Sprichwort und neue Mitarbeiter am Anfang ihrer Karriere bringen häufig innovative Ansätze und Visionen mit, die erfolgreiche Veränderungen anstoßen können. Der Mentor kann somit ebenfalls dazulernen und im Sinne der Selbstreflexion auch seine blinden Flecke erkennen und verändern.

Wie auch bei einem Tandem-Fahrrad profitieren bei einem Mentoring-Tandem beide Teilnehmer von der Leistung des jeweils anderen.

Meta-Ebene: Enormer Nutzen für Unternehmen mit Mentoring-Programmen:

  • Talent Management, Commitment, Wissenstransfer von alt zu jung, Anerkennung älterer Mitarbeiter, Kosteneffizienz bei eigenen, bzw. Inhouse-Mentoren,…
  • PR, Social Media Content, beste Leute halten “war for talents”, Nachwuchs heranziehen, Stabilisierung nach Change, Fluktuation senken, Burnout Prophylaxe, Wissen nutzen,…
  • Vermeidung von Leistungsabfall und Abwicklungskosten, Einsparung Rekruitierungskosten, Senkung Einarbeitskosten, Vermeidung von Wissensverlust an Konkurrenz und Vertrauensverlust bei Kunden,…

Kostenvorteile für Unternehmen

Finanziell lohnt sich eine Mentoring-Initiative ebenfalls: Wenn Du bei einem Unternehmen mit ca. 30 Angestellten nur fünf Mitarbeiter ein Jahr länger halten kannst, dann sparst Du dadurch die im Laufe eines Jahres entstehenden Personalwechselkosten und die damit verbundenen Rekrutierungskosten.

Dieses Ziel ist realistisch, weil sich ein Mentoring-Programm häufig über die Dauer eines Jahres erstreckt und die Mentees ein solches Programm, auch bei tendenzieller Unzufriedenheit mit dem Unternehmen, aufgrund der emotionalen Bindung zu ihrem Mentor selten abbrechen.

Langfristig steigt damit bei gebundenen Mitarbeitern die Zufriedenheit, was ebenfalls zur Einsparung von Abwicklungskosten führt.

Implementierung eines Mentoring-Programms

Die Integration eines Mentoring-Programmes kann gemäß den Prozessschritten des PDCA-Zyklus nach Deming stattfinden: Plan, Do, Check, Act.

Plan: Definiere ein Ziel. Was möchtest Du mit dem Mentoring erreichen? In der Regel beziehen sich die Ziele auf Mitarbeiterbindung, die Attraktivität als Arbeitgeber und Kostenersparnisse.

Verwende zur Zieldefinition auch die SMART-Kriterien, um konkrete und messbare Ziele zu erstellen.

S = Spezifisch = Werde konkret und beschreibe die Details.
M = Messbar = Nutze eine qualitative oder quantitative Methode zur Evaluation, zum Beispiel Interviews oder Fragebögen.
A = Attraktiv = Das Ziel sollte für alle Beteiligten attraktiv sein. Denke an die Vorteile für das Unternehmen, den Mentor, den Mentee und die übrigen Beschäftigten des Unternehmens sowie Schnittstellenbereiche (Marketing, Personalmanagement, Akquise etc.).
R = Realistisch = Das Unternehmen sollte über die notwendigen Ressourcen zur Umsetzung verfügen oder über finanzielle Mittel, um die Ressourcen bereitstellen zu können.
T = Terminiert = Das Ziel ist bis zu einem Stichtag zu erreichen. Hierbei kannst Du auch Zwischenergebnisse nach 6 Monaten erheben.

Do: Wähle Mentoren und Mentees aus und matche diese zu kompatiblen Paaren, die sich bezüglich bestimmter Gesichtspunkte überschneiden. Achte nicht nur auf die berufliche Einstellung der Teilnehmer, sondern auch auf persönliche Charaktereigenschaften. Ist ein ruhiger Mentor für einen introvertierten Mentee hilfreich, weil der Mentee von den ähnlichen Erfahrungen des Mentors hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung profitieren kann? Oder erwägst Du eher eine Kombination, die bei einem stillen Mentee einen extrovertierten Sparringspartner, der dabei unterstützt, eine eigene Stimme und Selbstvertrauen im gemeinsamen Dialog während der Tandem-Arbeit zu entwickeln.

Check: Evaluiere die Treffen der Tandems in regelmäßigen Abständen und holen Dir dabei immer die Meinung beider Parteien unabhängig voneinander ein. So beugst Enttäuschungen und Frust vor, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden können.

Act: Nach der Evaluation geht es darum, Positives noch stärker hervorzuheben und negative Effekte auf Basis der Erfahrungen zu verändern und zu optimieren.

Ich selbst stehe seit längerer Zeit als Mentor, zumeist für Gründer und Gründerinnen aus dem Startup-Umfeld, zur Verfügung. Nicht als Gründungsberater im klassischen Sinn, sondern als Gründer und Unternehmer, der selbst viele Höhen und Tiefen durchlebt hat und dadurch eine Menge an praktischer Erfahrung und nützlichem Wissen zum Aufbau und Ausbau eines jungen Unternehmens weitergeben kann. Und selbstverständlich profitiert mein Netzwerk dabei in beide Richtungen. Dieses Jahr habe ich erstmalig ein Unternehmen als Partner gewinnen können, das mich als einen “externen” Mentor für seine Mitarbeiter gebucht hat.

Bitte lass mich wissen, wie Du zum Thema Mentor und Mentee stehst. Du kannst mir dazu gerne eine Nachricht per E-Mail zukommen lassen oder mir auch unten im Kommentarfeld schreiben. Über eine Kontaktaufnahme über mein Kontakftformular freue ich mich ebenfalls.
 

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