Erfolgreich durch Besonnenheit

Erfolgreich durch Besonnenheit

Erfolgreich durch Besonnenheit

Besonnene Menschen bedenken immer die Konsequenzen ihres Handelns.

Viele bekannte Persönlichkeiten der Geschichte haben ihre teils unbesonnenen Handlungen später sehr bereut. Prominentestes Beispiel für unbesonnene Taktik wird wohl Napoleon sein, der sich mit seinem Russlandfeldzug heillos übernahm, weil seine Armee nicht auf Kälte, Schlamm und die Größe des Landes vorbereitet war. Wovon die Russen profitierten, war für Napoleon eine vernichtende Niederlage: Die eigene Unbesonnenheit!

Wozu Besonnenheit?

Unternehmen klagen darüber, dass fast 70 Prozent aller Projektteams nicht erfolgreich sind. Die Gründe für das jeweilige Scheitern sind vielfältig. Es ist jedoch immer wieder zu beobachten, dass unüberlegte und unbesonnene Entscheidungen „aus dem Bauch“ heraus oft zum Misserfolg eines Projektes beitrugen.

Besonnenheit ist nicht zu verwechseln mit Mutlosigkeit oder gar Feigheit: Im Gegenteil! Feigheit ist ein Zeichen für Unbesonnenheit, da ein feiger Mensch sich niemals Gedanken über das Erreichen eines Zieles macht. Mutlose Zeitgenossen ziehen es vor, sich überhaupt nicht mit Ideen und Vorhaben auseinanderzusetzen, da sie befürchten, zu scheitern.

Feigheit und Besonnenheit sind daher Gegensätze, die einander ausschließen.

Brainstorming an sich mag ja eine aufregende Art des Nachdenkens sein, leider führt diese chaotisch-kreative Phase in der Anfangsphase vieler Unternehmungen jedoch allein nicht zu dem gewünschten Ziel. Das Erreichen von Zielen ist vielmehr harte Arbeit, die zunächst einer besonnenen Strategie bedarf und als Basis für den gesamten Ablauf einer Initiative dient. Es ist immer wieder bedauernswert, wieviel Energie und Motivation durch die unbesonnene Ausführung eigentlich hervorragender Ideen vernichtet wird. Häufig führt dies bei den Beteiligten zu Resignation, da sie nicht begreifen, dass der Schlüssel zum Erfolg greifbar in ihren eigenen Händen liegt und nicht irgendein ominöses Schicksal Schuld für ihr Versagen ist. Dabei ist Besonnenheit keine Zauberei und trägt wesentlich zum Gelingen eines Vorhabens bei.

Gefährlicher Trugschluss

Ein gefährlicher Trugschluss besteht darin, Halbwahrheiten und gescheiterte Projekte als Erfolg zu verkaufen. Leider ist unsere Medienlandschaft heutzutage diesem Phänomen vollkommen unterworfen. Auch Politiker sind dem Trend verfallen, halbgare Ideen als „Erfolge“ zu verkaufen. Doch darf man sich durch rhetorische Spitzfindigkeiten nicht einschüchtern lassen. Denn Meilensteine sind erst dann genommen, wenn ein zuvor gestecktes Ziel tatsächlich erreicht wurde. Um wieder zu unserem Anfangsbeispiel von Napoleon zurückzukehren: Er hätte noch so vehement behaupten können, er habe Russland eingenommen, niemand hätte ihm geglaubt. An der sogenannten normativen Kraft des Faktischen hat sich seither nichts geändert.

Sicherheit und Kreativität sind keine Gegensätze

Wer kreativ und erfolgreich seine Ziele verwirklichen will, braucht vor allen Dingen Sicherheit. Das mag zuerst merkwürdig erscheinen, da Künstler und Kreative doch stets einen so wunderbar liebenswerten und chaotischen Anschein erwecken. Doch was zeichnet langfristig erfolgreiche Projekte aus? Die Sicherheit, sie auch ausführen zu können. Ein sehr bekanntes Beispiel hierfür ist der Antikriegsfilm „Apocalypse Now“, den Francis Ford Coppola nur drehen konnte, weil er zuvor mit der Trilogie „Der Pate“ finanzielle Sicherheit erworben hatte. Der bekannte Regisseur handelte sehr besonnen, indem er zunächst Geld verdiente, welches ihm anschließend ermöglichte, seine Herzensangelegenheit, den Film „Apocalypse Now“ in die Tat umzusetzen.

Um eine Idee verwirklichen zu können, erfordert es neben der Kreativität also auch Besonnenheit. Besonnen ist aber nur derjenige, der sich über die Konsequenzen seiner Idee im Klaren ist. Kreativität allein lotet die Folgen einer Idee nicht aus. Sie stellt sie zwar in den Raum, präsentiert sie als Ziel – der Weg dorthin bleibt aber weiter im Dunklen.

Welcher Weg führt wirklich zum Ziel?

Daher ist es von entscheidender Bedeutung, welchen Weg man zu seinem Ziel beschreiten möchte. An dieser Stelle ist die Tugend „Besonnenheit“ besonders gefragt, denn in vielen Fällen gibt es mehrere Wege, die zum Ziel führen. Oftmals unterscheiden sich diese Pfade nur im Zeit- und Arbeitsaufwand. Vorsicht ist deshalb geboten, weil es immer wieder verlockend erscheint, den vermeintlich „kürzeren“ Weg einzuschlagen. Dieser präsentiert sich nicht selten als vorteilhafter und ökonomischer. Doch sollte man sich nicht täuschen lassen: Abkürzungen haben ihren Preis und sind häufig mit gravierenden Nachteilen verbunden, insbesondere bewegt man sich auf unwegsamem Gelände, d.h. man wird in seinem Vorhaben durch Umstände ausgebremst, die dadurch entstanden sind, dass man unbesonnen „vom Weg abgekommen ist“. Dadurch erweist sich das Ziel mitunter als unerreichbar.

Vorschnelles Lospreschen ist selten von Erfolg gekrönt. Vielmehr zeichnet sich strategisches Handeln dadurch aus, alle vorstellbaren Wege einmal gedanklich durchzuspielen und möglichst viele Fallstricke bei den jeweiligen Alternativen aufzuspüren. Um den richtigen Weg für sich und seine Unternehmung herauszufiltern, der sich für einen selbst – und nicht für andere! – als der gangbarste herausstellt, sollte man Personen des Vertrauens hinzuziehen, die bereits in der Vergangenheit durch ihre Besonnenheit aufgefallen sind. Gemeinsames Planen, Strukturieren und Sortieren führen fast immer zum Erfolg.

Besonnenheit in der Vermittlung

Um Teilnehmer an einem Projekt oder die Wahlberechtigten eines Landes von Ideen und Vorhaben zu überzeugen, genügt es nicht, diese einfach durchzusetzen. Niemand ist eine Insel. Das bedeutet, dass Vorhaben auch nicht von einer Einzelperson realisiert werden können. Wer also darauf angewiesen ist, bei der Umsetzung seiner Ideen unterstützt zu werden, muss zuvor behutsam und besonnen seine Idee vermitteln.

Laut dem Soziologen Niklas Luhmann ist die kommunikative Vermittlung eines Vorhabens der zentrale Aspekt bei der besonnenen Ausübung von Macht. Macht bedeutet aber nichts anderes, als die eigenen Vorstellungen in die Tat umzusetzen. In den seltensten Fällen bedürfen Projekte keiner Teamarbeit. Daher müssen vor der Umsetzung Mitarbeiter oder auch Wähler sowohl von dem Nutzen eines Vorhabens als auch von dessen Sicherheit überzeugt sein. Risiken tragen die meisten Menschen gern mit, wenn sie von der Möglichkeit einer erfolgreichen Realisierung und dem Nutzen einer Maßnahme überzeugt sind.

Überzeugung wird nicht durch Druck erreicht. Druck schürt Misstrauen und wirkt sich äußerst demotivierend aus. Damit wird das Gegenteil von dem erreicht, was durch besonnene Vermittlung denkbar wäre. Besonnenheit in der Kommunikation zeichnet sich dadurch aus, dass Menschen in die Lage versetzt werden, den Nutzen einer Veränderung oder die Möglichkeiten einer Idee selbständig zu erfassen. Besonnene Vermittler verstehen und brauchen ihr Umfeld. Aus diesem Grund wollen sie etwas für ihre Mitmenschen tun, nicht gegen sie sie arbeiten.

Fazit

Besonnene Menschen verfolgen ihre Ziele, indem sie die Konsequenzen ihres Handelns bedenken, bevor sie ihr Projekt in die Tat umsetzen. Denn sie wissen, dass sie bei der Verwirklichung ihrer Ideen auf die Mitarbeit ihrer Kollegen, Freunde und Familie angewiesen sind und allein nicht weit kommen würden.

Im Umgang mit ihrem Umfeld zeichnen sich besonnene Zeitgenossen durch ein hervorragendes Gespür für die Befindlichkeiten ihrer Mitmenschen aus. Aus diesem Grund gehen sie in der Vermittlung ihrer Ziele sehr behutsam und besonnen mit ihrer Wortwahl um. Zögerliche und abgeneigte Personen lassen sich auf diese Weise leichter von dem Nutzen eines Projektes überzeugen, da ihnen durch verständnisvolle Kommunikation die Chance geboten wird, sich selbst von dem Vorteil einer Maßnahme zu überzeugen. Besonnenheit ist also eine Eigenschaft, die Respekt und Anerkennung verschafft, was wiederum die Ausführung von Ideen wesentlich begünstigt.

Hinweis: Bei dem Bild zu diesem Beitrag handelt es sich um ein Entenkind, dass in ein tiefes Schlammloch gefallen war, das von einem Wasserbüffel am Rande eines Flusses in der Türkei hinterlassen wurde. Ich bekam das als Siebenjähriger zufällig mit, wie das kleine Kind vergeblich versuchte aus dem Schlammloch zu klettern. Es schrie, aber die Mutter war bereits weit weg. Ich zog meine Schuhe und Socken aus. Befreite das verängstigte Entenkind. Matsch klebte zwischen ihren weichgelben Federn und ihr Herz schien zu explodieren, als ich es aufhob. Kaum abgesetzt, raste es davon. Die Beinchen überschlugen sich fast und ich befürchtete, dass es in eines der vielen weiteren Schlammlöcher fallen könnte. Aber es hatte daraus gelernt. Ich blieb mit Glück erfüllt zurück und schaute ihr nach. “Gut, dass nicht vor dir eine Katze das Entenkind gesehen hat” antwortete mir mein Vater, als ich ihm von meiner stolzen Rettungsaktion erzählte hatte. An die Katze hatte ich nicht gedacht. Gut, dass ich rechtzeitig da war.

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