Der Dildo in der Waschstraße – Pragmatismus und Marketing-Gag

Der Dildo in der Waschstraße – Pragmatismus und Marketing-Gag

Chimpy Dildo Pragmatismus und Marketing
©Chimpy

Aus Pragmatismus wird ein Marketing-Gag

Mein Blog macht so langsam die Runde. Und so erreichte mich heute eine Pressemeldung mit dem Titel „Hamburger Start-Up nutzt Dildo als Mitarbeiter“. Ich wurde neugierig.

Mir war auf Anhieb klar, dass sich zwei Aspekte dahinter verbergen mussten. Zum Einen  ging ich davon aus, dass damit aller Wahrscheinlichkeit nach ein zweckentfremdeter Einsatz eines Dildos mit gemeint war und zum Zweiten war zu erwarten, dass sich auch ein Marketing-Gag dahinter befinden musste. Dennoch wollte ich mehr wissen und las die Pressemeldung.

Der Inhalt veranlasste mich zum Schreiben dieses Beitrags.

Als ich anfing die ersten Zeilen zu schreiben wurde mir aber auch schnell klar, dass ich mit meinen Formulierungen vorsichtig sein musste, da sie recht schnell zweideutig verstanden werden konnten. Wenn es aber einem Start-Up gelang eine Dildo-Maschine in ihren gewöhnlichen Arbeitsprozess einzuführen, sollte es mir doch auch möglich sein, das in meinen Worten wiederzugeben. Im Idealfall ohne zweideutige Botschaften.

Ich las also die Pressemeldung und fand die Einarbeitung des Dildos als Mitarbeiter gut gelungen. Eine schlaue Idee fand ich. Als Seriengründer weiss ich, dass man sehr oft dazu verdammt ist kreative und praktische Lösungen zu finden und zu erfinden. Vor allem wenn es am nötigen Geld oder der Zeit fehlt. Es lohnt sich die Augen offen zu halten und äußerst pragmatisch zu denken. Viele der zahlreichen Produkte in unserem Alltag lassen sich auch für andere Belange einsetzen. So kann auch unter Umständen, wie in diesem Fall, eine verlässlich getaktete Dildo-Maschine ein neues Leben geschenkt bekommen. Von nun an leistet sie konstant und dauerhaft. Dazu ist sie ab sofort Teil einer wachsenden Start-up Familie.

Das Start-up, um das es hier geht, nennt sich Chimpy und hat ihren Hauptsitz in der Schweiz. 2013 beschwerten sich die vier Freunde Mirko Hofmann, Can Olcer. Andreas Braendle und Simon Schwarzenbach über den stetig wachsenden Batteriemüll und entschlossen sich kurzerhand, für Abhilfe zu sorgen. Während das Geschäftsmodell zu Beginn vorsah, AAA-Batterien für Unternehmen wieder aufzuladen, hat sich aus dem B2B-Batterie-Ladeservice in einem Wandel der Powerbank-Leihservice für die breite Masse entwickelt.

Die Zielgruppe von Chimpy hat sich damit zu unternehmungslustigen Smartphone-Nutzern verlagert, der grüne Unternehmenskern ist aber geblieben: So werden die Powerbanks ausschließlich mit Solarenergie geladen. Außerdem werden sie im Schnitt um ein Vielfaches öfter genutzt als gekaufte, die schnell wieder in Schubladen und Kellern verschwinden. Das hilft, Müll zu sparen. In der Schweiz gibt es Chimpy bereits an jedem Bahnhof, Kiosk, Flughafen und Einkaufszentrum und beginnt nun auch deutschlandweit damit, Großstädtern Akkuladung für unterwegs zu bieten.

Um den Reinigungsaufwand bei ihren Leih-Powerbanks gering zu halten, hat der Chimpy-Ableger in Hamburg kurzerhand einen Dildo-Maschine umfunktioniert.

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Tia, was machen, wenn Arbeitsschritte automatisiert werden müssen und das Budget für teure Maschinen aber fehlt? Bei Chimpy in Hamburg hat man zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Das Team rund um die giftgrünen Leih-Powerbanks hat eine Dildo-Maschine zum Herzstück ihrer Waschstraße gemacht.

Ganz klassisch werden bei Chimpy die Powerbanks von Hand gereinigt, denn „Hygiene und einwandfreie Customer Experience sind für den Produktkreislauf essentiell”, so Fabian Arioli, Geschäftsführer von Chimpy Deutschland. Aber aufgrund von wachsendem Volumen wurde bereits seit mehreren Monaten an Plänen gearbeitet die Reinigung der Leih-Powerbanks zu vereinfachen.

Die Investition in eine industrielle Hightech-Maschine kam für das Jungunternehmen preislich bedingt nicht in Frage. Also bauten sie mit handelsüblichen Materialien aus dem Baumarkt selbst ein Fließband. Die Suche nach einem passenden Takter, der mit größtmöglicher und vor allem verlässlicher Regelmäßigkeit die Powerbanks aufs Band schiebt, bzw. stößt, gestaltete sich allerdings schwierig. Zum Glück kam ein Kollege im Team auf die Idee mit dem Dildo. Warum auch nicht? Maschine ist Maschine. Vor und zurück, vor und zurück. Mehr muss das Ding nicht können.

Ein passendes Sex-Toy mit ausreichend Leistung war rasch gefunden, die Bestellung ebenso schnell geliefert: Die Wahl fiel auf eine Dildo-Maschine mit dem klingenden Namen Robo Fuk Deluxe. Das Team werkelte in eigener Handarbeit und schob Nachtschichten. Seit kurzem befindet sich also die Maschine in Betrieb und trägt so ihren Teil dazu bei, dass die Betriebsprozesse bei Chimpy qualitativ hochwertig und effizient von statten gehen.

Offensichtlich spielt für Chimpy bei dieser Aktion auch das Marketing eine große Rolle und meiner persönlichen Meinung auch ist das auch unterhaltsam gut gelungen.

Ich wünsche den Jungs viel Erfolg bei ihrer Unternehmung! Bleibt sauber!

Vielen Dank für´s teilen!

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